Für unser Ziel, Beatmungsgeräte für die Patienten des Hospital del Niño anzuschaffen, haben die „Amigos“ bei einem von der Spendenplattform „betterplace“ ausgeschriebenen Geschichten- und Fotowettbewerb teilgenommen. Unser Beitrag wurde unter den 200 Einsendungen bei den Top-Zehn platziert.

In einem zweiten Gang wurde über den Gewinner des Hauptpreises – 2000 Euro – per Likes 👍 aller Facebook-Nutzer entschieden.

Am 1. September kam die phantastische Nachricht: Mit 533 Likes wurden wir – und somit unsere kleinen Patienten – Sieger!

„Los Amigos – Hilfe für kranke Kinder in Peru e.V.“ danken auf diesem Weg allen, die ihre Daumen nicht nur gedrückt, sondern auch gehoben haben! 👍

Hier die Geschichte: Unser schönster Spendenmoment 2020

Der Brief

„Oh, vielen Dank, Oma!“ 

Fröhlich nehmen meine vier Enkelkinder ihre Gutscheine entgegen, die sie traditionsgemäß in den Sommerferien von uns Großeltern geschenkt bekommen.

Was sie sich wohl in diesen Ferien kaufen werden? 

Emilia, unser Bücherwurm, sicher wieder ein Buch. Und Eduard, der kleine Biologe, ein Sachbuch über Insekten? Der siebenjährige Balduin liebäugelt schon lange mit einem coolen Taschenmesser, mit dem er seine Wald-Fundstücke kunstvoll schnitzen kann. Und Matilda liebt über alles Stickerbücher – ihre Ausdauer beim Arrangieren und Einkleben kennt keine Grenzen!

Und dann kommt doch alles ganz anders!

Gerade, als wir Großeltern uns mit unseren Enkeln zum Bücher- und Spielwaren-Stübchen des Nachbarortes auf den Weg machen wollen, erhalte ich auf meinem Handy eine Nachricht von Vicky, der Kinderärztin des Hospital del Niño in Lima: 

Drei der von unserer Projektgruppe „Los Amigos“ bisher gespendeten Beatmungsgeräte sind defekt und können wegen der Corona-Ausgangssperre im Land nicht repariert werden! 

Die vier Enkelkinder sind inzwischen startklar und voll froher Erwartung auf ihr schönes Sommerferiengeschenk. Da meint plötzlich Emilia, die Elfjährige: 

„Oma, warum schaust Du auf einmal so traurig?“

Und ich erzähle den vier gespannt Lauschenden die bittere Geschichte von den kleinen Patienten des Kinderkrankenhauses in Lima und dem Unglück mit den defekten Beatmungsgeräten.

„Müssen die Kinder nun sterben?“, will Balduin mit stockender Stimme wissen.

Ich druckse ein wenig herum und versuche ihn zu beruhigen: Ich erkläre ihm und seinen Geschwistern, dass die kleinen Patienten „Freunde“, nämlich den Verein „Los Amigos – Hilfe für kranke Kinder in Peru“ hätten und dass wir gerade aktiv über eine Plattform Spendengelder für ein Beatmungsgerät sammeln würden. 

Plötzlich denken die Enkelkinder gar nicht mehr an ihre Einkaufsgutscheine, sondern ziehen mich an den Tisch, damit ich ihnen auf dem Laptop die Spendenplattform „betterplace“ zeige und ihnen mehr vom Schicksal der kleinen Patienten erzähle.

An- und aufgeregt stellen alle, selbst die vierjährige Matilda, Fragen über Fragen.

Dann herrscht auf einmal Stille. 

Während ich in die Küche gehe, um uns allen eine kleine Stärkung zu holen, werfen sich die Vier bedeutungsvolle Blicke zu, stecken verschwörerisch ihre Köpfe zusammen und tuscheln.

Dann fragt Eduard, ob wir unseren Einkaufsnachmittag verschieben könnten, denn es wäre etwas Wichtiges dazwischengekommen.

Hm!

Nach einer guten Weile übergeben sie mir mit entschlossener Miene einen gemeinsam verfassten Brief – mit Füller geschrieben!  Das hatte etwas zu bedeuten! 

Liebe Oma,

wir können es gar nicht fassen, dass es in Peru Kinder in unserem Alter gibt, denen Sauerstoff zum Leben fehlt! Das macht uns sehr traurig!

Daher haben wir folgendes beschlossen: 

Wir, die Unterzeichnenden, möchten keine Feriengeschenke!

Vielmehr bitten wir Dich, unsere Sommerferien-Gutscheine gegen eine Spende für ein Beatmungsgerät einzutauschen. 

Darüber wären wir so froh! Vielleicht kann das wenigstens ein klein wenig helfen?

Emilia, Eduard, Balduin, Matilda.

Hier endet meine Geschichte – die letzten Buchstaben des Briefes sind verwischt … von meinen Tränen…Tränen der Rührung und des Stolzes auf diese Kinder, die instinktiv erfasst haben, was wichtig ist im Leben.

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